Von wem lernen wir eigentlich, wie Dinge richtig gehen?

Wir alle lernen gut von Vorbildern. Menschen, die uns zeigen, wie Dinge funktionieren. Gerade in der pädagogischen Arbeit mit schwer traumatisierten Kindern lernen die Pädagogen voneinander. Pflegeeltern können dies nicht. Sie haben keine pädagogisch ausgebildeten Kollegen, von denen sie lernen können. Dabei ist gerade die Arbeit mit Menschen so vielfältig, dass man diese nicht aus Büchern oder Vorträgen lernen kann.

Deswegen sind wir bei unserem Vernetzungstreffen der Pflegeeltern vergangene Woche einen auch für uns neuen Weg gegangen. Wir haben einen sehr erfahrenen Pädagogen eingeladen, der uns in seinen Blick auf die Kinder, seine Wahrnehmung und sein Handeln mitnahm. Es war kein Vortrag, sondern eher ein moderiertes Eintauchen in seine Welt. Die Pflegeeltern „löcherten“ ihn, und von ganz allein entstand eine Dynamik, die in unseren Kreisen als kollegialer Fachaustausch bezeichnet wird. Pädagoge und Pflegeeltern tauschten sich darüber aus, was man in verschiedenen Situationen tun kann. Voller neuer Impulse verließen die Pflegeeltern den Seminarraum. Dass es dabei eigentlich um Gruppenpädagogik gehen sollte, da viele Pflegeeltern zwei oder mehr Kinder haben, geriet in den Hintergrund.

Für uns war es ein gelungenes Format, das zum Austausch zwischen Pädagogen auf Augenhöhe geführt hat – professionelle Pflegeeltern und Fachkräfte einer stationären Einrichtung.