Begleitung und Beratung von Pflegefamilien
Passgenaue Hilfe. In allen Bereichen.
Die Zusammenarbeit ist eng mit Ihnen abgestimmt und ist so angelegt, dass Sie als Pflegeeltern ständig dazulernen und so immer unabhängiger von uns und anderer Unterstützung werden. Wenn Sie das möchten, machen wir Sie zu Profis.
Themen, bei denen wir helfen können
Prozesse der Pflegschaft
- Vorbereitung der Pflegschaft
- Auswahl eines passenden Kindes
- Kennenlernen des Kindes & Anbahnung
- Hilfeplangespräch
- Kindeswohlförderliche Umgangsgestaltung
- Übergang bei Hilfeende
Besondere Entwicklungsdefizite
- Persönliche Instabilität, z.B. in Verbindung mit FASD
- Geringe Frustrationstoleranz
- Mangelnde Selbstsicherheit
- Besondere Gefühlsschwankungen
- Spielen mit Gleichaltrigen
- Sprachentwicklungsstörungen
- Fehlende Selbststeuerung, z.B. in Verbindung mit AD(H)S
- Bindungsstörung
Besondere Verhaltensmuster
- Impulsdurchbrüche
- Essstörungen
- Panikattacken
- Lustbetontes Verhalten
- Einnässen / Einkoten
- Selbst- und fremdschädigendes Verhalten
- Stark entwickelter Eigensinn
- Sexualisierendes Verhalten
Probleme im alltäglichen Leben
- Konflikte im Tagesablauf
- Streitigkeiten unter Geschwistern
- Konflikte mit Kita & Schule
- Selbstständigkeit des Kindes
- Antriebslosigkeit
- Angst
- Uneinigkeit in der Erziehung zwischen den Pflegeeltern
In Krisen
- Massiv grenzüberschreitende Erfahrungen
- Persönliche Überforderung
- Eigene Hemmungen oder Traumata
- Überlastung von Hilfepartnern, z.B. Kita & Schule
- Gravierende Lebensereignisse, z.B. Krankheit oder Trennung
Eindrücke zu unserer Arbeitsweise - Fallbeispiele
Einschlafschwierigkeiten mit nächtlichen Panikattacken
Die Pflegefamilie eines zweijährigen Kindes mit massiven traumatischen Erfahrungen berichtete davon, dass das Kind abends ab 19:30 Uhr ein ca. 2-stündiges Ritual brauche, um einzuschlafen. Immer wieder fühle sich das Kind unwohl und wolle aus dem Bett raus. Die Mama (Pflegemutter) muss dabei stets in ihrer Nähe sein und darf den Raum nicht verlassen. Andernfalls würde es in massive Angst und Schreien des Kindes münden. Nach dem Hin und Her beim Einschlafen schläft das Kind ca. 3 Stunden durch und wird dann zu immer wieder ähnlichen Uhrzeiten panisch schreiend wach. Das Kind sei dann kaum ansprechbar, gar nicht richtig wach und nicht zu beruhigen. Es dauere im Durchschnitt weitere zwei Stunden und ein paar Autokilometer, ehe das Kind wieder beruhigt sei. Der restliche Schlaf des Kindes sei weiter unruhig.
Da sich das ganze seit mehreren Monaten so hinzieht, sind die Pflegeeltern sehr erschöpft. Nacht für Nacht haben sie sich im Schichtdienst abgewechselt. Mit Ihnen gemeinsam haben wir einen Schutzkreis für das Kind entwickelt, welches u.a. mit einem für das Kind bedeutsamen Kuscheltier (hier ein Hund) eingeführt wurde. Wir leiteten die Pflegeeltern in der Einführung der Methode an. In einem besonderen Ritual kommt abends der Hund, wacht über das Kind in einem besonders hergerichteten Schutzkreis.
Seitdem freut sich das Kind auf das Einschlafen und die Einschlafzeit hat sich mit ca. 15-20min deutlich verkürzt. Auch die Panikattacken haben schlagartig nachgelassen, sodass das Kind erstmals Nächte durchschläft. Mit einer spürbaren Entlastung für die Pflegeeltern und für den Alltag. Die Erfolge dauern an, was vor allem dem Engagement der Pflegeeltern zu verdanken ist.
Schulverweigerung und Agressivität
Ein 11-jähriger Junge ging auf eine Sonderschule mit besonders kleinen Klassen und pädagogischen Unterstützungskräften für die Lehrerin. Dem Unterricht blieb er allerdings fern. Er schloss sich den anderen Kindern der Klasse an, die anstatt zum Unterricht zu gehen, sich mit Energy Drinks und Zigaretten die Zeit außerhalb der Schule vertrieben. Die Schulbegleitung des Jungen wusste ebenso wenig weiter wie die Pflegeeltern, die Zuhause einen zunehmend aggressiven und grenzüberschreitenden Pflegesohn erlebten. Einrichtung und Pflanzen wurden kaputt gemacht und die Sorge der Pflegeeltern war groß, dass sich die Aggression gegen die Familie richten würde. So wendeten sich die Pflegeeltern an uns.
Gemeinsam mit den Pflegeeltern, dem Jungen und der Schulbegleitung wurde ein individuelles Beschulungsmodell entwickelt, welches die Schulbegleitung mit ihm umsetzte. Von anfänglich einer Stunde Unterricht konnte der Junge zügig bis zu 4 Stunden Unterricht gut folgen. Über Vereinsstrukturen und Bekannte der Familie wurde ein förderlicher Freundeskreis für den Jungen aufgebaut. Die Pflegeeltern erhielten ein pädagogisches Training, welches ihnen half, konsequenter und gleichzeitig gelassener dem Jungen bei Konflikten gegenüberzutreten. So konnten die Pflegeeltern mit einer engen Unterstützung ihre Autorität zurückgewinnen. Über methodische und spieltheoretische Ansätze wurde der Junge zunehmend eingebunden und empfand nach anfänglicher Ablehnung schnell Freude an der Begleitung und seinen Entwicklungsfortschritten. Für die Pflegeeltern wurde der Alltag leichter, die Familie wuchs enger zusammen und auch die Urlaube und Familienfeiern waren erstmals entspannend.
Autistische Züge und Verselbstständigung
In diesem Fall handelt es sich um einen 15-jährigen Jungen mit mittelschwerer Intelligenzminderung und autistischen Zügen. Er besaß ein außergewöhnlich hohes Interesse für Busse und Bahnen. Für ihn war es selbstverständlich die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs seiner Stadt auswendig zu kennen. Er fuhr leidenschaftlich gerne Bus und Bahn und fotografierte sie auch. Wenn die Fahrt eines besonderen Zuges anstand, musste er zwanghaft dorthin. Ähnlich zu einem Fahrplan erwartete er auch von seiner Umwelt, dass alles wiederkehrend nach Plan läuft. Abweichungen verursachten innere Spannungszustände. Gleichwohl wusste er gut, wie man Abweichungen verargumentiert und die Pflegeeltern austrickst, wenn ihm das zu Gute kam. In der Schule hatte er große Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben und war antriebslos, wenn es um seine Zukunft ging.
In seiner wichtigsten Lebenswelt bleibend wurden mit ihm diverse Methode entwickelt und umgesetzt. So holte er mit einem Spielzeugbus Passagiere ab, die für die Unterrichtsfächer standen, für die er Hausaufgaben machen musste. Die Metapher Bummelzug oder ICE half den Pflegeeltern in der Alltagsgestaltung. Gemeinsam wurden für verschiedene Eskalationen Handlungsmuster entwickelt, mit Hilfe derer die Pflegeeltern besser die Eigenheiten des Jungen berücksichtigen und deeskalierend wirken konnten.